14./15. August 2026

Bericht zur Trift-Visite 2026
 

Nach einem langen und heissen Aufstieg aus dem Tal (die Triftbahn ist den ganzen Sommer ausser Betrieb), über den Furtwangsattel oder über Gadenlaui, Radlefslücke und Drosigang treffen wir uns am Freitag zum Apéro in der Windegg-Hütte. Hans Stettler begleitet uns mit dem Alphorn. Dank dem Ausfall der Seilbahn ist die Hütte nicht ganz ausgebucht, die Stimmung entspannt - wie früher auf einer SAC-Hütte. Nach dem Abendessen erzählt Aschi Rufibach historisch belegte Geschichten aus dem Haslital und dem Triftgebiet - besonders eindrücklich sind die erbitterten Streitigkeiten mit Überfällen und Rachefeldzügen zwischen Haslitalern und Oberwallisern: im 15. Jahrhundert stahlen die Gommer um die 700 Schafe auf der Triftalp und entführten sie zusammen mit zwei Hirten über die Triftlimi ins Wallis, was später einen Rachefeldzug der Berner (mit 12'000 Mann) im Oberwallis zur Folge hatte. Eindrücklich sind auch die Geschichten über die Anfänge des Alpinismus im Triftgebiet: als Stützpunkt für die Unternehmungen diente die kleine Alphütte auf Graaggi (Mälchsteinen, auf der gegenüberliegenden Talseite der Windegghütte), von wo aus die damalige Zunge des Triftgletschers in wenigen Schritten erreicht werden konnte.
Am Samstag Morgen steigen wir zur Hängebrücke ab. Wir wiederholen unserer Aktion mit den Buchstaben auf der Hängebrücke (Rettet die Trift - Save the Trift), diesmal mit Menk Rufibach als professioneller Kamermann und etwas besser choreographiert als vor einem Jahr.
Die Trift verändert sich, wie jedes Jahr. Durch die andauernde Hitze, auch in der Höhe, stürzen unglaubliche Wassermassen ins Tal. Der Tierbergenbach dringt mit seinen Murgängen weiter in die Schwemmebene des Triftwassers vor, das Delta wächst immer weiter in den Triftsee hinaus (seit 2007 ca. um 200 m!). Am Horizont prangt die neue Trifthütte. Obwohl architektonisch gut gelungen, gibt es einige Kritik an praktischen Details. Ob die grosse Hütte mit 60 Plätzen ausgelastet werden kann, wird sich zeigen müssen - der Hüttenweg ist und bleibt sehr lange und anspruchsvoll, auch seit der Weg oberhalb der Hängebrücke 2025/26 ganz neu angelegt wurde.


30./31. August 2025

Bericht zur Trift-Visite 2025


Wir treffen uns am Samstag bei der Bergstation Triftbahn und steigen zur Hängebrücke auf. Unterwegs kommen wir an den ersten Baustellen der KWO vorbei, welche bereits jetzt und ohne, dass das juristische Verfahren abgeschlossen ist, Vorbereitungen für den Bau der Staumauer trifft. Trotz garstigem Wetter sind ausser uns einige Leute unterwegs, die wir ansprechen und über unser Anliegen informieren. Am späteren Nachmittag treffen wir uns zum Apéro in der Windegghütte. Zum Abschluss des Tages berichtet Marieke Vogt von der Organisation WET (Wildwasser Erhalten Tirol) über den Widerstand gegen den Ausbau der Wasserkraft im Kaunertal (Tirol). Wir diskutieren über Gemeinsamkeiten und Unterschiede in unserem Widerstand. Priska Walss begleitet uns den ganzen Tag mit dem Alphorn.

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Am Sonntag steigen wir bei strahlendem Wetter zur Hängebrücke ab. Wir wollen bei der Brücke so viele Besuchende wie möglich ansprechen und auf die geplante Zerstörung der Trift-Landschaft aufmerksam machen. Mit vielen kommen wir ins Gespräch. Die allermeisten sind interessiert, wissen nichts vom geplanten Staumauerbau (die Schweizer genauso wenig wie die Touristen aus aller Welt). Kaum jemand vor Ort kann es verstehen, dass dieses Tal für unseren Energiehunger geopfert werden soll. An der Choreographie für unseren Auftritt auf der Brücke müssen wir noch etwas feilen (Video von René Ruf). Der Tag hinterlässt gemischte Gefühle.